Anlage einer Streuobstwiese im Herbst 2004
1. Vorbermerkung
Die Kulturlandschaft in unserem ländlichen Raum ist ohne Obstbäume kaum vorstellbar. Ob als Einzelbäume in Wiesen, Weiden oder Feldbereichen, ob als Alleenpflanzung oder als mehr oder weniger untergeordnete Streuobstwiese rund um die Ortslagen sind es allesamt Bereiche, die wir in der Regel von unseren Vorfahren übernommen haben. Einen deutlichen Rückgang des Obstbaumbestandes war in den vergangenen Jahrzehnten durch Bodenumlegungen und die intensive Bewirtschaftung zu verzeichnen. Seit etwa 20 Jahren wurden aber auch viele Neuanpflanzungen von Streuobstwiesen in der freien Landschaft und an Ortsrandlagen durchgeführt. So wurde die Neuanlage einer Streuobstwiese auch ein Projekt im Rahmen der „Initiative 750“der Gemeinde Nordhofen. Bereits im Jahre 2002 hatte die Gemeinde dazu ein Grundstück in der Flur „Berg“ erworben.
2. Ökologische Bedeutung von Streuobstwiesen
Der Obstbau stammt aus dem Orient. Insbesondere im Mittelalter fand er eine starke Verbreitung, die bis zum Ende des vorletzten Jahrhunderts andauerte. In den Dörfern etablierten sich in den Jahrhunderten durch eine zerstreute Pflanzweise die so genannten Streuobstwiesen, die vorzugsweise aus Hochstammobstbäumen mit einer Vielfalt verschiedener Obstsorten bestehen (Stammhöhe mind. 1,80 – 2,00 m). Mit dieser Vielfalt verschiedener Obstsorten steigt auch die ökologische Bedeutung. Vielen Vogelarten (z.B. Grünspecht, Steinkauz, Wendehals, Feldsperling, Star) dienen die Streuobstwiesen als Lebensraum, ebenso wie Schmetterlingen, Heuschrecken, Solitärbienen, Gartenschläfern oder Fledermäusen um nur einige Tierarten zu nennen. Je nach Bodenbeschaffenheit entwickelt sich eine äußerst artenreiche Pflanzenwelt.
3. Sortenwahl
Nicht jeder Obstbaum ist für jeden Standort geeignet. Obstbäume im Westerwald haben andere Bedingungen als Obstbäume in Rheinhessen oder in den warmen Regionen beispielsweise am Oberrhein. Bei der Auswahl gilt es also, auf im Westerwald seit Jahrhunderten bewährte Sorten zu setzen. Für die Neuanlage unserer Streuobstwiese haben wir für den ersten Schritt die Anpflanzung von 13 Apfel- und 3 Zwetschenbäumen vorgesehen. Nach Rücksprache mit Fachleuten haben wir uns für folgende Sorten entschieden:
Apfelbäume
- 3 Stück Goldparmäne
- 3 Stück Rheinischer Bohnapfel
- 3 Stück Boskoop: (Schöner von Boskoop)
- 2 Stück Goldrenette von Blenheim
- 2 Stück Jakob Lebel
Zwetschgen: 3 Stück Hauszwetsche
4. Der Standort
Bereits im Jahre 2002 hat die Gemeinde ein Wiesengrundstück in der Flur „Berg“ erworben. Das Grundstück befindet sich zwar in der Gemarkung Selters, ist aber – was der Initiatoren wichtig war - auf Grund seiner Lage von unserer Gemeinde aus gut einsehbar. Mittelfristig wird die Streuobstwiese damit nicht nur eine ökologische, sondern auch eine optische Bereicherung unseres Dorfes darstellen.
5. Die Ausführung
Die Koordination der und die Verantwortung für die Maßnahme lag in der Hand von Gitta Herlan. Zur Vorbereitung der Pflanzung hatten Dietmar Herlan und Edgar Reifenscheidt die Standorte geplant und festgelegt. Der erste Pflanztermin am 20. November musste wegen des schlechten Wetters verschoben werden. Am 27. November war es aber soweit. 12 fleißige Helfer und 2 ganz junge Helferinnen hatten sich eingefunden. Fachmännisch wurden die Pflanzlöcher ausgehoben, mit feinmaschigem Draht (gegen Wühlmäuse) ausgelegt und die jungen Bäume positioniert, jeweils drei Pflanzpfähle eingeschlagen und mit Halblatten verbunden. Zum Schluss wurde der junge Obstbaum mit Kokosstricken ausgerichtet. Durch die vielen fleißigen Hände war die Arbeit gegen Mittag schon beendet und die Aktion endete mit einen kleinen Stärkung.
6. Die Helfer
- Dietmar Herlan
- Gitta Herlan
- Egon Tönges
- Harald Hermann
- Patrick Rupp
- Norbert Rupp
- Norbert Link
- Peter Haubrich
- Achim Böde
- Heinz-Peter Martin
- Frank Örter
- Mathias John
- Edgar Reifenscheidt
7. Die Pflege
Besonders junge Obstbäume benötigen in den ersten Jahren eine intensive Pflege und regelmäßig Pflanzschnitte. So hat uns der Günther Winkler aus Hilbert im Frühjahr an den neu gepflanzten Bäumen den ersten Schnitt erläutert.
8. Das "Öko-Konto"
Die Anlage der Streuobstwiese wird auf das „Öko-Konto“ der Gemeinde gutgeschrieben.
Edgar Reifenscheidt
Ortsbürgermeister
Fotoshow Anlage Streuobstwiese
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